Die erste Erwähnung des "Castello Il Palagio" geht auf das Jahr 1252 zurück.
Allerdings wird vermutet, dass sich hier schon viel früher eine Ansiedlung befand. Ereignisse verschiedenster Art sind in die Geschichte dieses bedeutenden Bauswsrks eingegangen, welches dank seiner Grösse und Anlage kaum einzunehmen war, und damit im Lauf der Jahrhunderte einer ganzen Reihe von Raubzügen widerstanden hat.
1260 plünderten die Ghibellinen die Gegend und zerstörten die Ortschaft Campòli, aber "Il Palagio" blieb ebenso unversehrt wie 1312 während des Feldzugs von Kaiser Heinrich VII.
1320 war das Jahr der Raubzüge und Zerstörungen seitens Castruccio Castracani und 1381 wurde das Heer von John Hawkins in der Nachbarschaft von den Truppen Buondelmontis aufgehalten, die vom "Palagio" ausgerückt waren; die Festung mit ihren unüberwindlichen Mauem war jetzt Verteidigungsort sowie Stützpunkt für Angriffsoperationen.
Im 15 Jahrhundert kam "Il Palagio" in den Besitz der Republik Florenz und wurde in eine kleinere Festung umgebaut.
Nur wer den Hof besucht, erlebt die ganze Pracht des Palagio. Die ursprünglich einstöckige Anlage wurde schnell sehr wesentlich erweitert Der Turm mit quadratischem Grundriss war früher etwas niedriger und hatte keine Zinnen, was für viele Castelli im Chianti typisch ist. 1910 wurden mit den Restaurierungsarbeiten Zinnen hinzugefügt.
Ab dem 16. Jahrhundert wurde zudem "Il Palagio" mit zahlreichen Kunstschätzen ausgestattet. Um die grossen Säle zu bereichern, legte man eine Sammlung an mit Jagdund Porträts von florentinischen Adligen, Gemälden mit Jagdund Schlachtszenen sowie Terracottas, vermutlich aus der Schule von Luca Della Robbia (1400-1482).
Die neugotische Kapelle ist völlig ausgemalt, die Wand über dem Altar schmückt ein prächtiges Tryptichon. Zur Sammlung gehört auch der Gipsabguss einer "Madonna mit Kind",das Original von Donatello (1386-1466) ging am Anfang dieses Jahrhunderts als Geschenk an das Museo Nazionale del Bargello.

Mit dem Wiederaufblühen des Grossherzogtums im 16. Jahrhundert wurde "Il Palagio" zu einer Villa für die Familie der Barone Miniati umgebaut. Zur gleichen Zeit erzielte die Landwirtschaft einen neuen Aufschwung mit Schwergewicht auf Wein und Olivenanbau.
Die heute Jahrhunderte alten Bäume begannen damals rund um die Mauern zu wachsen, und der Park gewann immer mehr an Bedeutung, bis er im 18. Jahrhundert mit der Geburt des jetzigen "Giardino all'Italiana" seinen Höhepunkt erreichte.